the slam 1989

Sid Bee Game lösen sich langsam auf. Die Firma Weltall will oder kann kein zweites Album mit Sid Bee Game machen. Das neue Material gefällt Ihnen nicht, zumindest sagen sie das. Die Band hängt im leeren Raum. Hakker und Zezo fangen an mit anderen Musikern zu experimentieren. Crocker und Eddi kommen aus relativ bekannten Ruhrgebiets-Bands aus Recklinghausen: (Upright Citizens, Multicoloured Shades). Es kommt zu ersten Sessions im Proberaum unter dem Odeon in Münster. Es geht gut ab! Man freut sich. Man lernt eine Menge über Leute aus dem Ruhrgebiet! „Dat Ruhrgebiet iss dat LA von Deutschland, eeyh!" Das dazu!

Man spielt auch mal live auf Schloß Stapel. Sogar Sid Bee Game und ‚The Bailouters’ zusammen am gleichen Abend! Der Auftritt von SBG geht jedoch voll in die Hose, da Tarka so besoffen ist, dass er die Gitarre wohl für sein Kopfkissen hält. Besser dann die Bailouters: Es tobt der Bär! Die Menge wogt wie eine fette Welle durch den kleinen Saal. Man ist zufrieden. Bei einem erneuten Gig in der Zeche Bochum wollen dann gleich mehrere Produzenten einen Plattenvertrag mit den Bailouters machen, die fortan The Slam heißen.

Jock von den Bollock Brothers hat Interesse, Alex Parche von Zeltinger aus Köln und natürlich macht man auch gerade noch mit Steffi Stefan ein Demo Tape. Also zu diesem Zeitpunkt Aktivitäten auf allen Fronten. Aber das sind viele andere Geschichten!

Jedenfalls entscheidet sich die Band, – Crocker steigt zwischendurch aus, da er ein chronisches Armauskugel-Syndrom hat. (Kein Scheiß) – den Deal mit den Kölnern zu machen. Für Crocker steigt dann Harry Landje aus Sythen, Arizona mit ein!

Man hatte zwar noch herrlich mit Jock und seiner Band in der Zeche gesoffen, aber insgesamt schien Jock ein ziemlicher Schwätzer zu sein, so unberechenbar und verlässlich wie ein Coitus Interruptus!

So kommt irgendwann ‚Wanna smell you’ heraus. Die erste Slam LP, erschienen bei Heartbeat, Köln. Produzenten waren Alex Parche und Paul Grau. Paul Grau hat dann später noch die erste Rausch- LP gemacht, aber nur unter der Bedingung, dass Peter Sarach - der Sänger – vorher bei ihm den Garten noch auf Vordermann bringt! So kanns gehen!

the slam 1990

Nachdem es einen riesigen Krach mit Paul Grau gegeben hatte und er sich als echter klassischer Produzent erwies, war mal wieder kein Deal da und aus lauter Verlegenheit - und damit einem nicht so langweilig war - haben wir dann noch so eine nette Single mit einem Fancine aus Köln produziert. Dafür sind wir in das sehr luxuriöse Dierks Studio bei Köln gefahren und haben dort 4 Tage diese Single produziert. Simone Lehmann hat dazu ein Super Cover gemacht und die Titel wurden dann bei einem Theaterstück in Bremen gespielt.

Mit dieser Single hat Zezo dann bei Vielklang-Jörg vorgesprochen und nach einigen weiteren Gesprächen von Hakker mit den Vielklangs hatte The Slam erneut einen Deal.

Ihr müsst schon entschuldigen, dass mir die Namen alle nicht mehr einfallen, aber ich schreib’ das hier aus der Erinnerung und wenn Hakker oder Thorge jetzt hier wären, würde sicher der eine oder andere Name dazukommen.

Jedenfalls wurde im Vielklang Studio ein zweites Album mit The Slam eingespielt, wobei wir in zwei Studios parallel gearbeitet haben. In dem einen Studio wurde die Backline und Pilot aufgenommen und in dem anderen nur der Gesang. Das war sehr spaßig! Abends wurden dann die Tapes ausgetauscht und danach ins Wiener Blut für den Night-Cup!

Donnerstags gab’s im Wiener Blut immer lecker Cocktails für nicht zu teuer, war aber auch nötig nach dem ganzen Gebölke. Den lieben langen Tag hat mich Frank Jelitto(Co-Produzent) bölken lassen, wie ich es so gar nicht gewöhnt war, was aber dem Resultat nicht geschadet hat. Im Gegenteil! Wir fanden es super!

Diese zweite Platte sollte dann „Stuck“ heißen! Ein etwas unheilschwangerer Titel, wie ich heute finde, sozusagen die Antizipation der nahen Zukunft! Auf dem Cover war ein alter amerikanischer Straßenkreuzer zu sehen, der in der Wüste „stecken geblieben" war.

Übersicht